„In eine geliebte Rolle hineinwachsen?“

- 02/2025 -

Fasching. 
Festlegungen und Rollen verlassen. Denkmuster aufbrechen. Den Standort wechseln und das Leben aus anderer Perspektive betrachten. Vom Deckmantel der Narrenfreiheit geschützt unter-dem-Tisch-Gehaltenes hoch kommen lassen…  
Wozu, wenn man mit seinem Platz in der Welt im Frieden ist?

 

 
Pfarrer Klaus Zöllner
Liebe Leserin, lieber Leser,
 
Fasching. 
Festlegungen und Rollen verlassen. Denkmuster aufbrechen. Den Standort wechseln und das Leben aus anderer Perspektive betrachten. Vom Deckmantel der Narrenfreiheit geschützt unter-dem-Tisch-Gehaltenes hoch kommen lassen…  
Wozu, wenn man mit seinem Platz in der Welt im Frieden ist?
Wenn man im Glauben, in seinem Welt- und Menschenbild und im Freundeskreis Heimat und Ruhe gefunden hat – warum verrückt spielen? 
Wozu die Sau rauslassen, wenn man es für richtig und zielführend erfahren hat, den Schweinehund an der Kette zu halten?
Wozu tief ins Glas schauen, wenn man lieber wach und bewusst durchs Leben geht?
Man fährt schließlich auch in den Urlaub, ein Tapetenwechsel tut gut. Man hört doch auch nicht immer die gleiche Musik.
Und wer kann von sich sagen, er könne alle seine Möglichkeiten und Anlagen ausleben und damit Erfahrung sammeln? 
Und: Wer muss nicht an seinem Arbeitsplatz eine ganz bestimmte Rollenerwartung erfüllen? 
Wer traut sich in Räume, in denen er seine öffentlich akzeptierte Rolle mal hinter sich lassen kann, ohne Angst, dass es beobachtet wird? Und in der Familie, im Kreis wirklicher Freunde findet auch nicht alles Beifall oder würde gar verunsichern, das System stören.                        
Fasching lädt ein, über Rollen und Rollenspiele nachzudenken.
Spielen wir nicht ständig eine Rolle? Erfüllen Erwartungen? Pflegen ein Image?
Wer wäre ich gerne? 
Wer bin ich eigentlich wirklich? 
Christus-spielen, wie anfangs der Heilige Franziskus? 
In eine geliebte Rolle hineinwachsen?
 
Pfarrer Klaus Zöllner